Therapie der Histaminintoleranz durch Ausschlussdiät
Funktionsweise und Ablauf
Das Grundprinzip der Ausschlussdiät
Eine Ausschlussdiät bei Histaminintoleranz basiert immer auf dem individuellen Ernährungstagebuch des Patienten. Ziel ist es, persönliche Trigger zu identifizieren, die das Enzym DAO belasten und Symptome auslösen. Die Diät dient der systematischen Symptombeobachtung und der gezielten Reduktion von histaminreichen oder DAO‑hemmenden Lebensmitteln.
Warum ist eine Ausschlussdiät notwendig?
Histaminintoleranz entsteht, wenn der Körper aufgenommenes Histamin nicht ausreichend abbauen kann. Die Ausschlussdiät reduziert die Histaminzufuhr, stabilisiert den Stoffwechsel und ermöglicht eine klare Zuordnung zwischen Lebensmitteln und Beschwerden.
Typische histaminreiche Lebensmittel
Rotwein enthält besonders hohe Histaminmengen. Weitere Lebensmittel mit erhöhtem Histamingehalt sind gereifte Käsesorten, fettreiche Fische wie Hering, Wurstwaren und stark verarbeitete Produkte.
Auch pflanzliche Lebensmittel können relevant sein: Tomaten, Auberginen, Avocado, Kiwi und Erdbeeren gehören zu den häufigen Auslösern.
Nüsse sollten gemieden werden, da sie das Enzym DAO hemmen können.
Fermentierte Produkte wie Sauerkraut, eingelegte Gurken und Essig sind ebenfalls histaminreich. Schokolade zählt zu den Lebensmitteln, die bei vielen Betroffenen Beschwerden verstärken.
Tabelle: Häufige Trigger bei Histaminintoleranz
| Lebensmittelgruppe | Beispiel | Wirkung |
| Rotwein und Alkohol | Rotwein, Sekt | Sehr hoher Histamingehalt |
| Gereifte Produkte | Parmesan, Salami | Histaminreich durch Reifung |
| Fisch | Hering, Makrele | Histaminbildung durch Lagerung |
| Pflanzliche Lebensmittel | Tomate, Avocado | natürlicher Histamingehalt |
| Fermentiertes | Sauerkraut, Essig | hohe Histaminwerte |
| DAO-Hemmer | Nüsse | hemmen den Histaminabbau |
Warum der Histamingehalt schwankt
Der Histamingehalt eines Lebensmittels hängt vom Reifegrad, der Lagerung, der Verarbeitung und der Frische ab. Dadurch können zwei identische Lebensmittel unterschiedlich stark reagieren. Eine Ernährungsfachkraft hilft dabei, individuelle Muster zu erkennen.
Ablauf und Dauer der Ausschlussdiät
Die Dauer der Diät richtet sich nach Ursache und individueller Reaktion des Patienten.
Phase 1: Eliminationsphase
Dauer: 4 bis 6 Wochen
In dieser Zeit werden alle histaminreichen und DAO‑hemmenden Lebensmittel konsequent gemieden. Die Symptome werden dokumentiert, um festzustellen, ob sich die Beschwerden verbessern.
Phase 2: Wiedereinführungsphase
Nach der Eliminationsphase werden Lebensmittel mit höherem Histamingehalt schrittweise wieder eingeführt. Dadurch lässt sich erkennen, welche Produkte tatsächlich Beschwerden auslösen und welche toleriert werden.
Bei einem Mangel an Coenzymen der Diaminoxidase (DAO) kann der Körper nicht genügend DAO-Enzyme zum Histaminabbau bereitstellen. Das Kombipräparat BETADIANIN versorgt den Organismus täglich mit diesen Coenzymen. Dank funktionierender Diaminoxidase können histaminreiche Speisen und Getränke dann wieder beschwerdefreier verzehrt werden. (gesponsert)
Hilfsmittel für den Alltag
Im Google‑Store stehen verschiedene Histamin‑Apps zur Verfügung. Sie ermöglichen eine schnelle Einschätzung des Histamingehalts von Lebensmitteln und unterstützen die tägliche Ernährungsplanung.
Medizinischer Hinweis
Bei Verdacht auf Histaminintoleranz sollte immer ein Arzt oder eine qualifizierte Ernährungsfachkraft hinzugezogen werden. Eine Selbstdiagnose ist nicht empfehlenswert, da viele Symptome unspezifisch sind und auch andere Ursachen haben können.
Weiterlesen: Was genau ist Histamin?
Mehr zum Thema: Histamin-Intoleranz: Diagnose finden, Auslöser erkennen, Ernährung anpassen (gesponsert)
Quellennachweis:
PubMed: Maintz L, Novak N. Histamine and histamine intolerance. American Journal of Clinical Nutrition, 2007.
Gastroenterology Research and Practice: Schwelberger H. Diamine oxidase and its role in histamine intolerance, 2010.
Journal of Allergy and Clinical Immunology: Reese I et al. Biogenic amines in food and their relevance in clinical practice, 2021.
Bundeszentrum für Ernährung BZfE: Hintergrundinformationen zu biogenen Aminen und Histamin in Lebensmitteln.




